“Die Beherrschung einer offenen Linie durch einen Turm oder gar durch beide Türme bedeutet einen großen Vorteil, besonders wenn es die einzige offene Linie ist und der Gegner sie nicht ebenfalls mit einem Turm besetzen kann. Hat man eine offene Linie besetzt, dann sucht man natürlich die Opposition des feindlichen Turmes zu verhindern, indem man noch eine schwere Figur auf die Linien bringt.”
— Siegbert Tarrasch

Deutsche Schulschachstiftung: Schulschach boomt in Deutschland

07.09.2009 – 13:30

München (ots) - Das Spiel der Könige boomt weiterhin in den Schulen. Immer mehr Schulen bieten Schach-Arbeitsgruppen an, die sehr positiv aufgenommen werden. Zudem steigt die Zahl der Schulen, bei denen Schach als Pflichtfach auf dem Lehrplan steht. Unterdessen sind es bundesweit sieben mit steigender Tendenz. In der St. Sebastian-Grundschule Raesfeld in Nordrhein-Westfalen, in der jedes Kind vier Jahre Schachunterricht in der Grundschule genießt, stellen die Lehrer fest, dass die Schüler durch das Schachlernen sehr motiviert sind und Schach als willkommene Unterbrechung des Schulvormittags sehen. Sie betrachten den Schachunterricht mehr als "Spielen" statt "Lernen", so wie Schule ja sein soll.

In Hamburg organisiert der Direktor Björn Lengwenus das Projekt "Schach statt Mathe" an der Grundschule Genslerstraße. In der gesamten Schule wird jede Woche auf eine Stunde Mathematik verzichtet und stattdessen lernen die Grundschüler mit den Schachfiguren zu ziehen. Sie steigern damit unbewusst ihre Konzentrationsfähigkeit, ihr räumliches Denkvermögen.

Schachstudie der Universität Trier

Diese Projekte basieren auf den Erkenntnissen einer Studie der Universität Trier, die in einer vierjährigen Untersuchung an zwei Grundschulen in Trier zeigte, dass sich das Schachspiel auf Kinder sowohl intellektuell als auch sozial positiv auswirkt. In dem kürzlich erschienen Buch "Klüger durch Schach" von Dr. Marion Bönsch-Kauke werden Studien aus aller Welt vorgestellt, die alle eines gemeinsam haben, sie weisen nach, welche positiven Einflüsse das Schachspiel auf die kindliche Entwicklung hat. In vielen Ländern der Welt wird daher Schach in den Schulunterricht eingebaut.

Das Schulschachpatent macht es möglich

Schulen haben die Möglichkeit, eigene Lehrer bei Schulschachpatentkursen, die in ganz Deutschland von der Deutschen Schulschachstiftung veranstaltet werde, ausbilden zu lassen. "Im September werden wir das 2.000 Schulschachdiplom vergeben", sagt der Vorsitzende der Deutschen Schulschachstiftung Walter Rädler aus Vaterstetten/Bayern, der selbst als Grundschullehrer das Schachspiel zur Förderung seinen Kindern einsetzt. In zahlreichen Bundesländern wird das Schulschachpatent in der Lehrerfortbildung berücksichtigt.

Schachschulen nehmen zu

Immer mehr professionelle Schachschulen nutzen ihr Knowhow und bieten Kurse in Schulen an. So unterrichtet die Schachakademie München von Großmeister Stefan Kindermann auch in sozial schwachen Wohnvierteln mit großem Erfolg das Spiel auf den 64 Feldern. Die Schulleiterin der Paulke-Schule aus München, Frau Fellner, schrieb hierzu: "Die Beteiligung und das Interesse dieser Kinder am Schachunterricht ist immens hoch. Selbst leistungsschwache Kinder sind hochkonzentriert und freuen sich jede Woche auf diese Stunde und zeigen keinerlei Disziplinlosigkeiten." Die Münchner Stadtschulrätin Elisabeth Weiß-Söllner hält das Schachspiel für eine hervorragende Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Viele Initiativen der Schulschachstiftung

Das Partnerlandturnier der Schulen anlässlich der Schacholympiade 2008 erwies sich als großer Erfolg, über 160 Schulen nahmen an dem Turnier teil. 60 Mannschaften durften neben ihren Schachhelden in Dresden am Finalturnier teilnehmen. Gut besucht sind die Deutschen Lehrermeisterschaften, die von der Stiftung zweimal organisiert wurden. Die nächste Deutsche Meisterschaft der Lehrer im Schach findet am 20. Februar 2010 in der Nähe von Stuttgart statt. Der nächste Höhepunkt für alle Schachlehrer ist der zweite Deutsche Schulschachkongress vom 6. bis 8. November in Erfurt, bei dem hochkarätige Referenten über das Schulschach und verschiedene Lehrmethoden informieren.

"Meine Unterrichtsstunde hat 64 Felder" - mit diesem Slogan etabliert sich Schach in immer mehr Schulen. Gespielt wird nicht mehr heimlich unterm Tisch, sondern immer öfter mit Genehmigung der Schulleitungen ganz offiziell im Stundenplan auf dem Tisch!

Homepage: www.schulschachstiftung.de

www.presseportal.de/pm/65128/1470850

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Schach-Fakt

Die Anzahl der verschiedenen möglichen Stellungen nach den ersten Zügen in einer Schachpartie:
1. Zug Weiß20
1. Zug Schwarz 400
2. Zug Weiß5.362
2. Zug Schwarz 71.852
3. Zug Weiß810.000
3. Zug Schwarz 9.130.000